"Remote-Control" für die Steckdosenleiste

Achtung: Dieses Projekt ist nicht zum Nachbau empfohlen!
Ich rate ausdrücklich davon ab! Der Aufbau hat keine ausreichende Isolierung bzw. geeigneten Schutz gegen Kurzschluß. Der Nachbau erfolgt daher auf eigene Gefahr!

Motivation:

Die Steckdosenleiste für meinen Fileserver, Barebone, Monitor, Drucker, etc. liegt unter meinen Arbeitstisch und ich schalte sie meist ab, da einige Geräte sogar Ruhestrom ziehen, wenn diese ausgeschaltet sind (z.B. Drucker und Monitor im Stand-by-Mode, nachgemessen mit einem Strom-Meter). Die Verteilerleiste soll auch unter dem Tisch bleiben, doch dann muß ich immer umständlich unter den Tisch kriechen, um sie ein- und auszuschalten, wenn ich die Geräte benutze, oder die Dose ausschalte, damit nicht unnötig Strom verbraucht wird.

Außerdem ziehe ich immer die Stecker von den Geräten raus, die ich nicht brauche (um deren Ruhestrom zu vermeiden), wenn ich z.B. nur den Drucker benutze. Das ist umständlich und so habe ich mir überlegt, eine "Fernbedienung" für die Steckdosenleiste zu bauen, mit der sich jeder Steckdosen-Ausgang auf der Leiste einzeln ein- und ausschalten läßt.

Realisierung:

Um den Aufwand gering zu halten, habe ich mich dafür entschieden, die Fernbedienung per Kabel mit der Steckdosenleiste zu verbinden. Da ich vorhatte eine 6-fach-Steckdosenleiste zu verwenden, reicht ein Ethernet-Patchkabel (mit 8 Adern) für die Verbindung.

Die Fernbedienung wird mit Kippschaltern bestückt, die dann über Relais den Strom in der Steckdosenleiste schalten, denn ich kann nicht direkt 230V über das Ethernetkabel und die Kippschalter zurück zur Steckdose schicken.

Das ergab folgende Bauteilliste:

  • 6 Mini-Kippschalter (von Red-Zac)
  • 2 platinenlötbare RJ-45 Ethernet-Buchsen (aus alten PCI-Karten gewonnen)
  • Steckverbinder für die Kabel in der Fernbedienung (übrig aus früheren Projekt)
  • kleine Lochrasterplatine (Reste) für zum Befestigen der Ethernet-buchsen und Anschlüsse
  • Plastikgehäuse für die Fernbedienung (Softlinegehäuse #541214 von Conrad.de)
  • 12V-Printtrafo (1W) für den Betrieb der Relais (mit Gleichspannung)
  • 4 Si-Dioden 50V und 1x1000uF für einfachen Brückengleichrichter mit Glättung
  • 7812-Spannungsregler für Spannungsbegrenzung auf 12V für die Relais
  • 6x 12V-Relais zum Schalten der 250V auf den einzelnen Steckdosenports
  • diverse Litzekabel für die Freiverdrahtung
In das Plastikgehäuse (128x38x24mm, LxBxH) der Fernbedienung kommen die Kippschalter und eine kleine Platine mit der Ethernet-Buchse, und Steckverbindern, die ein Lösen der Kabel ermöglichen (für Reparaturen). Die Platine wurde paßgerecht zugeschnitten und für die Ethernetbuchse Aussparungen in das Gehäuse gefeilt (hier noch ohne Verkabelung und Schrauben):

Fernbedienung Innenansicht

Die Freiverdrahtung auf der Rückansicht der Platine ist noch recht übersichtlich. Die Abmessungen der Platine sind 34x21mm (BxL):

Fernbedienung Platine

Ein Bild von der kompletten Verkabelung. Auf der oberen Kontakt-Leiste der blauen Kippschalter liegt +12V, mit denen die Relais geschaltet werden:

Fernbedienung Innenansicht komplett

Mit abgezogenen Kontakten, so daß man das Gehäuse komplett trennen kann:

Fernbedienung Innenansicht getrennt

Im folgenden die Rohfassung der Fernbedienung mit geschlossenen Gehäuse. Am Gehäuseende die RJ45 Ethernetbuchse, die mit Patchkabel an die Steckdosenleiste angeschlossen wird. Oben die Kippschalter:

Fernbedienung Aussenansicht

Die Kippschalter werden außen zur Verschönerung noch mit einer Kappe abgedeckt und auf dem Gehäuse Beschriftung (Steckdosen-Nummer, On/Off-Zustand) angebracht.

Fernbedienung komplett

Die Steckdosenleiste sah im Originalzustand so aus:

Steckdosenleiste

Der große Kippschalter (16A) musste aus Platzgründen dem Netzteil für die Relais weichen, und wurde daher ausgebaut. Dafür ist später ein kleinerer (10A) Schalter weiter rechts eingesetzt worden und die offene Aussparung mit einer Plastikabdeckung verschlossen worden. Die Steckdosenleiste hatte (im Gegensatz zu den ganz billigen, nicht auseinandernehmbaren Steckdosenleisten) Schlitzschrauben und ließ sich leicht zerlegen:

Steckdosenleiste zerlegt

Als nächstes wurde das Netzteil mit einfachen Brückengleichrichter (Graetzschaltung) und 1000uF Kondensator zur Glättung fertiggestellt (später kam noch ein Spannungsregler 7812 zur Begrenzung auf 12V dazu):

Netzteil fuer Steckdosenleiste, Vorderansicht

Links oben ist der Ausgang für die Gleichspannung, links unten der Anschluß für 220V zum Trafo. Die Freiverdrahtung auf der Rückseite:

Netzteil fuer Steckdosenleiste, Reuckseite

Das Netzteil wurde da eingesetzt, wo vorher der große Kippschalter saß, davor wurde der kleinere Kippschalter in die Steckdosenleiste plaziert (ist bei der Aussenansicht zu sehen). Dann wurden die Relais eingesetzt und verdrahtet, eine kleine Platine zurechtgeschnitten, auf die die RJ-45-Buchse aufgelötet wurde, und die Relais mit der RJ-45-Buchse auf der Platine verbunden. Das sieht dann wie folgt aus (für vergrößerte Darstellung auf das Photo klicken):

Steckdosenleiste verkabelt

Steckdosenleiste verkabelt

Die Verdrahtung der Steckdosenleiste für einen ersten Test (ob die Relais schalten) mit Ethernet-Patchkabel mit der Remote-Control verbunden:

Verkabelung Steckdosenleiste mit
    Remote-Control

Eine Kontaktleiste für die Steckdosen bleibt durchgängig verbunden (ohne Phase), die 2. Kontaktleise (auf der Relais-Seite, leitet Phase) wurde noch mit nichtleitenden Brücken aus Plastik in Segmente aufgetrennt, die von den Relais dann separat geschaltet werden.

Hier noch ein Photo von der fertigen und geschlossenen Steckdosenleiste mit Remote-Control:

Steckdosenleiste komplett, Aussenansicht


Next: Ein späteres Projekt war ein 4-fach Audio-Switch mit dem ich zwischen verschiedenen Audio-Quellen auf einen gemeinsamen Ausgang (zur Stereo-Anlage) umschalten kann.

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